Facebook-Privatsphäre für Barbara, die anonyme Schilderkünstlerin?

Barbara, die Schilderkünstlerin, bleibt dank Facebook-Privatsphäre anonym.

Barbara, die Schilderkünstlerin, bleibt dank Facebook-Privatsphäre anonym.

Seit einigen Monaten findet man in Heidelberg immer wieder Schilder, die neue Botschaften senden. Dahinter steckt die anonyme Streetart-Künstlerin „Barbara“. Niemand weiß wer dahinter steckt, ob Barbara tatsächlich eine Frau ist oder vielleicht ein Mann einen Kontrapunkt in der eher männlichen Domäne der deutschen Streetart setzen möchte. Auf Facebook hat die Schilderkünstlerin mittlerweile mehr als 53.000 Follower – aber wie lange wird Barbara noch ihre Facebook-Privatsphäre nutzen können?

Facebook-Privatsphäre: Barbara bleibt anonym

Auch in größeren Medien wird gerätselt, wer hinter der Schilderkünstlerin steckt – allerdings verlässt sie so sehr die Deckung, dass es Interviews mit ihr gibt. So kann man schon ein paar Facts in Erfahrung bringen. Barbara ist anscheinend kürzlich von Berlin nach Heidelberg umgezogen – vielleicht gab es auch dort schon Schilderkunst von ihr, die aber in der Großstadt untergegangen zu sein scheint. Für sie ist der öffentliche Raum eine Inspiration, sie liebt Schilder und deren Botschaften, die sich mit ihrem preußischen Befehlston wunderbar nutzen lassen, um große Streetart-Kunst zu schaffen. Dabei ist die anonyme Schilderkünstlerin sowohl tagsüber wie auch nachts aktiv. Die Enttarnung muss Barbara nicht fürchten, denn laut eigener Aussage schauen die meisten Menschen auf ihr Smartphone oder telefonieren, wenn sie an ihr vorbeigehen.

Wie weit geht Facebook-Privatsphäre?

Barbara hat auch einen Facebook-Account. Da die Schilderkünstlerin anonym bleiben möchte, findet man dort selbstverständlich keine Angaben. Aber wie weit darf eine Facebook-Privatsphäre eigentlich reichen? Erst vor ein paar Wochen sind Drag-Queens vor Gericht an Facebooks Klarnamenpflicht gescheitert. Sie sollten entweder ihren bürgerlichen Namen als Profilnamen wählen oder sie flögen aus dem Netzwerk – so geschah es bereits bei den amerikanischen Drag-Queens. Vor Gericht forderten sie nicht nur die Facebook-Privatsphäre, sondern erklärten, dass ihr Drag-Queen-Sein ein Teil ihrer Persönlichkeit sei. Sie scheiterten und weiterhin gibt es die Klarnamen-Vorschrift auf Facebook, die eine weitgreifende Facebook-Privatsphäre in die Ferne rücken lässt. Es stellt sich also die Frage, wie lang Barbara auf Facebook anonym bleiben darf –vielleicht zieht sie dann zu Ello?